Diese Podcast-Episode ist aus dem Beitrag mit dem selben Titel mittels einer KI generiert und wird von mir auf seine inhaltliche Korrektheit überprüft. Erst dann veröffentliche ich ihn als Zusammenfassung des ausführlichen Beitrags. Inhaltlich genauer sind die Blog-Beiträge.
Pip: Wenn ein pädagogisches Konzept in Bildungsplänen, Fachzeitschriften und Kita-Alltag gleichzeitig auftaucht, lohnt es sich zu fragen: Stimmt das so — oder hat sich die Fachwelt einfach verliebt?
Mara: Genau diese Frage stellt veronikaverbeek auf Psychologie-fuer-Kitas. Heute geht es um das Agency-Konzept — warum es so attraktiv ist, was es leistet, und wo es an seine Grenzen stößt. Fangen wir mit den Wissenschaftler:innen an.
Weshalb sich Wissenschaftler:innen in Agency verlieben
Pip: Das Agency-Konzept beschreibt das Kind als aktiven, selbstbestimmten Gestalter seiner Entwicklung. Das klingt überzeugend — aber der Beitrag fragt, ob die Überzeugung empirisch begründet ist oder ob hier etwas anderes die Treue hält.
Mara: Der Ausgangspunkt ist direkt: Frühere Beiträge, die sich auf die Professoren Smidt und Drieschner stützten, hatten bereits gezeigt, dass das Agency-Konzept ein reduziertes Bild vom Kind zeichnet. Kindliche Entwicklung entsteht im Zusammenspiel von angeborenen Merkmalen und Umweltereignissen — das steht, wie es heißt, in jedem entwicklungspsychologischen Lehrbuch in Kapitel 1.
Pip: Das Agency-Konzept ist also nicht falsch, nur unvollständig. Wer nur durch diese eine Linse schaut, begrenzt den Möglichkeitsraum pädagogischen Handelns — und genau das ist das Problem, wenn das Kita-System gleichzeitig nicht zur Ruhe kommt.
Mara: Der Beitrag nennt vier Funktionen, die erklären, warum Wissenschaftler:innen trotzdem festhalten. Erste Funktion: Agency als Gegenbewegung. Ältere Ansätze — Piaget, Reifungsmodelle — betrachteten das Kind als „noch nicht fertig“. Agency stellt dem eine kontrastierende Perspektive entgegen, ethisch gestützt durch Kinderrechtsdebatten.
Pip: Gegenbewegungen sind historisch vertraut. In den 1970ern ersetzte der Situationsansatz den Funktionsansatz, die „Kindergärtnerin“ wurde zur „Erzieherin“. Das Muster dabei ist auffällig: Das Vorherige wird nicht nur kritisiert, sondern vollständig abgewertet.
Mara: Zweite Funktion: disziplinäre Positionierung. Die Kindheitspädagogik hat sich seit den frühen 2000ern an Hochschulen für angewandte Wissenschaften etabliert. Agency wird dort, so der Beitrag, „weniger ein analytischer Begriff, sondern zum identitätsstiftenden Element dieser neuen Disziplin“ — und bisweilen geht es dabei um nichts anderes als um Macht im Feld.
Pip: Dritte Funktion: Modernität. Agency ist positiv aufgeladen, passt in Leitbilder und Bildungspläne, wirkt rechtskonform und moralisch integer. Vierte Funktion: Sunk costs. Wer jahrelang in Forschungsprogramme investiert hat, gibt das Konzept nicht leicht auf.
Mara: Professorin Susanne Viernickel hat 2022 den Mut aufgebracht, das auszusprechen: „Trotz der seit den ersten Qualitätsstudien von Tietze et al. (1998) stark gestiegenen Sensibilisierung … kann dessen Qualität in Deutschland weder in struktureller und prozessualer Hinsicht noch auf der Ebene der gewünschten Outcomes überzeugen.“
Pip: Das ist ein ehrlicher Befund — und ein seltener. Widersprüche zwischen Konzept und Praxis werden sonst anders erklärt: schlechte Umsetzung, Personalmangel, veraltete Theorien anderer Disziplinen. Die kognitive Dissonanz bleibt so komfortabel klein.
Mara: Der Beitrag schließt mit einem Appell, der sich auf Heinz von Foerster stützt: Denke über Kinder so komplex, dass sich die Anzahl der pädagogischen Fördermöglichkeiten erhöht. Teil 2 wendet dieselbe Frage auf die Fachkräfte in der Kita-Praxis an — was hält sie am Konzept fest?
Pip: Die eigentliche Frage ist nicht, ob Agency stimmt, sondern warum wir uns so ungern davon lösen — in der Wissenschaft wie in der Praxis.
Mara: Genau das nimmt der nächste Teil auf. Es bleibt spannend.
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